Übersicht Band I
Brief-Nr 1,5
Seite 1,13-14
Datum 15.11.1752
Ort [Memel] Mümmel
an Hamann, Eltern
von Hamann, Johann Georg
Kommentar Hs Abschied von seiner Heimatstadt wurde von Lauson, ganz im Stile des Freundschaftskultes der Zeit, in einem Gedicht beklagt. Er nahm es in den Zweeten Versuch auf. Unter dem Motto zweier Verse Simon Dachs: (Müßt Ihr eben von mir scheiden, /Da Euch meine Seele liebt? heißt es dort: O Freund! Du hast ein Glück, so wie Dein Herz, verdient, /Ich wünsche, daß dies auch am kältern Orte grünt. /Mein Zeuge sey dies Blatt; kriegst Du es einst zu lesen, /Wenn ich vom Schulstaub mürb, darin vermodert bin, /So wirf, von Freundschaft voll, nur eine Thräne hin, /Und denke: Der ist auch vordem mein Freund gewesen. /Doch Zeit! entfernst Du noch den bangen Augenblick, /So bringe meinen Freund erheiterter zurück, /Und wenn wir auch entfernt ein gleiches Herze fühlen, /So mahlt dies jeden Tag Dein Bildnis frisch in mir, /Und ein Gedanke spricht noch oft belebt mit Dir; /Ja, wenn ich singen will, wirst Du die Laute spielen.
13,1 Mümmel: Memel.
4 Herr Wagner: ein Königsberger Buchhändler, Nachbar der Familie Hamann.
7 Eckart: Christian Gottlieb E.
9 ein ehrlicher Armenianer aus Persien: Haggi Painter.
11 Muscheln: Melsen.
12 mit dem besten Winde: mit Südwestwind über das Kurische Haff.
28 Haafe: Haff.
31 blöde: scheu, verlegen. Vgl. das 11. Stück der Daphne, in dem das erziehungsbedingte Phänomen der Blödigkeit vom jungen Hamann (?) analysiert wird, N IV,19ff.
33 Gehrke: Gericke, Johann Christoph.
36 beyliegenden Brief: nicht überliefert.
14,2 Frau Lieutenantin: nicht zu ermitteln, vgl. 23,9.