Übersicht Band I
Brief-Nr 1,44
Seite 1,111-113
Datum 28.05.1755
Ort Grünhof
an Lindner, Johann Gotthelf
von Hamann, Johann Georg
Kommentar
111,15 Brief: nicht überliefert, 114,35.
16 Schlüßen des Oest: Johann Heinrich Oe., Schreiben an Doris <...>; auf wiederholtes Ersuchen: des Generals v. Witten.
18 dieser Sache annehmen: Hs Nachfolger im Hofmeisteramt.
20 Predigt: freundschaftliche Ermahnung in einem nicht überlieferten Brief, Hs Zukunft betreffend.
22 Postille: der Begriff für eine Sammlung von Predigten wird hier auf die erhoffte Folge von Briefen angewandt.
24 gebeten: vermutet H. einen Auftrag seines Vaters an Lindner?
25f. Brief an HE. Bruder: Ehregott Friedrich in Mitau; eine Woche: es ist ein um den 20. Mai geschriebener Brief an E. F. Lindner anzunehmen.
30 Schrecken: eine Fehlgeburt?
34 Vernünftler: von Christian Nicolaus Naumann, rezensiert von Lessing in: Berlinische <...> Zeitung, 153. Stück, Sonnabend, den 21. Dez. 1754.
112,1 Die Sammlungen zum N.[utzen] u. V.[ergnügen]: von Oest, Gesammelte Arbeiten <...>. Dazu las H. Arbeiten von J. H. Oest, Biga 160/508.
2f. Rasenden: die Konnotationen des griechischen Partizips <ga>mainomenow als schimpflichen Beiworts des Sokrates wie Jesu (Jh 10,20f.) sind zu beachten, -was H. in den Sokratischen Denkwürdigkeiten und in den Wolken erläutern wird; amphibisches Todten Gespräch: Das Siechbett <...> in zwei Gesängen.
5 Plato über den Heraclitus: möglicherweise bezieht H. sich bei seiner Nachlese auf eine Stelle des platonischen Dialogs Kratylos, 402 A, wo Sokrates den folgenreichen Gedanken äußert, Heraklit habe behauptet, alles bewege sich, nichts bleibe ruhig, und man könne nicht zweimal in denselben Fluß steigen. Oder hat er den weinenden Philosophen im Auge, der über die Torheiten der Menschen Tränen vergießt, wie er bei Juvenal, sat. 10,28 ff. erscheint? Vgl. auch die Stelle in den Biblischen Betrachtungen, N I,14: Die Vernunft muß sich mit dem Urtheil jenes Philosophen über des Heraklitus Schrift begnügen: was ich verstehe ist vortrefflich, ich schlüße daher eben so auf dasjenige, was ich nicht verstehe. Das bezieht sich auf den bei Diogenes Laertius (II,22) überlieferten Satz des Sokrates, welchem Euripides den Traktat (das Syngramma) des Heraklit mit der Bitte um ein Urteil übergeben habe. H. übersetzt ihn richtig. Sokrates aber fügte noch hinzu, es brauche wohl eines delischen Tauchers [um der Sache auf den Grund zu kommen].
6 Baumelle: Beaumelle.
7 Streitschriften: von Oest und Ditton über den Materialismus.
10 angehängten Gedicht: nicht ermittelt.
12 Bedlam: Bethlehem, große Irrenanstalt in London; H. wird Bedlam als Ort der Torheit aufwerten und anzüglich als fingierten Druckort für seine Lettres néologiques wählen, N VI,48.
28 Hume: WELCHE SCHRIFT??
29 Freund: J. Ch. Berens.