Übersicht Band I
Brief-Nr 1,106
Seite 1,233-234
Datum [30.10.1756]
Ort [Königsberg]
an Hamann, Johann Christoph
von Hamann, Johann Georg
Kommentar Hs Reise nach England, finanziert zunächst vom Hause Berens und gedacht als Bildungsreise, zu Spracherwerb, offenbar aber mit konkreten handelspolitischen Zwecken verquickt, ging über Berlin und Amsterdam. So war er am 14. Oktober in Berlin angekommen. Zur ganzen Unternehmung vgl. seine Gedanken über meinen Lebenslauf, in der Historisch-kritischen Neuedition der Londoner Schriften von Oswald Bayer und Bernd Weissenborn, München (C. H . Beck), 1993, S. 312-349; 428-437. Nach dieser Ausgabe wird künftig zitiert; in den laufenden Kolumnentiteln finden sich die Verweise auf den Text in N II,2-54.
233,3 memoire raisonné: Bücherkatalog, 234,7.
6 HE. Grafen Fink: Konrad Albrecht Friedrich Graf Finck von Finckenstein.
8 Baro: Ernst Gottlieb (Theophilus) Barow(?) (Barovius).
11 dem Tausche: der Königsberger Freund Hs und Lausons hieß Tausch(er), Lauson erwähnt auch ihn in seinem Zweeten Versuch <...>.
13 von seinen Sachen: Kompositionen Baros, die H. aufweisen kann, also beherrscht.
15 Werk von Kupferstichen: nicht ermittelt.?
18 Benda: sein Porträt und Lebenslauf.
20 Tombeau des Weiß: eine Trauermusik: Tombeau sur la mort de Mr. Cajetan Baron d' Hartig, komponiert von dem Dresdner Lautenisten Silvius Leopold W., die H. vielleicht Benda vorspielte. H. denkt sogleich an den Königsberger Vetter des S. L. Weiß, gleichen Namens, der ebenfalls Lautenist war (21,25) und dem H. den Necknamen der Drollichte beigelegt hatte. Denn so ist in Lausons Zweeter Versuch <...> zu lesen: Jetzt spielt der Drollichte (Mein Freund wählte dieses Beywort wegen seiner muntern Einfälle) Weiß auf seiner lockeren Laute und schaft für Königsberg Dresdensche (Damals lebte sein Vetter und Lehrmeister noch allda) Lust <...>. Er war der Königsberger Flötenlehrer des Grafen Finck, 233,21f.
23 mir und den Meinigen: H. ließ sich also erfolgreich auf der Laute mit Stücken seines Königsberger Lautenlehrers Reichardt hören. Diesem möge der Bruder davon berichten.
26 Durantschen Concert: Francesco Durante.
30 Das große: Konzert des Durante? 31f.das Schwartzsche: nicht genau zu ermitteln; vielleicht der Dichter und Komponist geistlicher Lieder, Christian Schwartz. Wenn H. sich eines musikalischen Charakterstücks erinnert, das einen Melancholicus schildert, dann könnte es sich um das Werk des Theodor Schwartzkopff (1659-1732) handeln, Stuttgarter Hofkapellmeisters und Komponisten, von dem es eine (verschollene) Fuga melancholiae harmonica gab. Des Königsberger Lautenisten Johann Reichardt Verbesserung ist -wie alle seine Concerts -verloren gegangen.
234,1 Buchladen <...> des Waysenhauses: ??
2 Franzosen: französische Buchhandlungen.
4 gestern schön bezogen: einen Höflichkeitsbesuch abgestattet.
7f. Lies arbeiten, für die lange [Weile] übersetzte einen Bogen.
11 die Sechswöchnerin: Frau Klüter.
13 Billet geschrieben: nicht überliefert.
15 geheimte Rath: Sahmes Amtschef Ursinus.
17 bey Gr.[afen] F.[inck] gesehen.
18 Eleve du roi: im Pagenkorps. ??
20 von Krokau: Krockow.
26 HE. B.[erens].