Übersicht Band I
Brief-Nr 1,119
Seite 1,257-260
Datum [00.09.1758]
Ort [Riga]
an Lindner, G.I.
von Hamann, Johann Goerg
Kommentar
257,25 Bruder: Johann Gotthelf.
27 Doctor: Ehregott Friedrich.
28 an Ihre jungen Herrn: nicht überliefert.
258,22 Sub-rector: nicht ermittelt.
24 Spornleder: Riemen für die Sporen, die ihm offenbar der General v. Witten geliehen hatte.
27 Leipziger Journal: 254,16.
30 Die Keulen: als die besten Stücke.
34 süße Nächte: ruhigen Schlafs, wobei ein erotischer Anklang nicht auszuschließen ist, wenn der Freund (259,3f.) an das ebenfalls naturgemäße 6. Gebot erinnert und vor Geschlechtskrankheiten gewarnt wird, die mit dem Wunder des Mercur, d.h. Quecksilber behandelt zu werden pflegten.
259,5 Gemeint ist Bassa; warum H. dieses Pastoralschreiben indirekt, über den Freund, an jenen richtet, hatte er ja bereits angekündigt, 246,27ff. Aber es dürfte auch eine Art launichter Rache sein: für die Indiskretion G. I. Lindners (245,32ff.), der zum Mitwisser von Hs Geldschulden wurde. H. hat diese aber inzwischen getilgt, indem er Bassas Gläubigerin, der Geschäftsfrau Dump (245,29), die Summe erstattete, worauf sie den Schuldschein (Handschrift) eigenhändig vernichtete. Aber die indirekte Anrede Bassas nahm ironisch Distanz. Und das Hum! von 259,15 soll wohl als Räuspern einen gewissen Hintersinn verdeutlichen. Gleichwohl war H.nicht dauerhaft verstimmt, 276,21 und 31ff.
9 Zeit ihm ähnlich zu werden: dem Winter=weiße Haare.
11f. Anspielung auf Mt 22,21 (Mk 12,16; Lk 20,24f.)
13 sich: lies dich; Kur loop: Kerl, lauf'!
20 Papiermüllerchen <...> spielen: wie Kinder sich ein Mühlrad aus Papier machen. Und nun spielt H. die Mühlenarten samt den zugehörigen Metaphern (Wasser auf die Mühle) und die Klischees vom Müller satirisch durch. Tieferer Grund ist, daß ihn die Hartnäckigkeit Bassas, zu seinem Gelde zu kommen, kränkte.
260,1 Die Beilage schrieb Johann Gotthelf Lindner, bevor H. seinen Brief anfing (257,25).
6 Lies Quartale.