Übersicht Band I
Brief-Nr 1,152
Seite 1,363-373
Datum 16.07.1759
Ort Trutenau
an Lindner, Johann Gotthelf
von Hamann, Johann Georg
Kommentar
363,27ff. Zuschrift: Zeilen 13 und 16 und 366,6; 386,30.
32 Hogartsche Zeichnungen: nicht ermittelt.
36 meines Wirths: Kanter.
364,7 Lies jedem andern.
8 im letzten Briefe: 356,34.
9 Sein letzter Brief: 363,3.
12 der weise Memnon: in Voltaires Memnon ou la sagesse humaine beginnt die Statue des Memnon zu tönen, wenn Eos sie bescheint, wie bereits antike Quellen, z. B. Philostrat, Statius erzählen.
19 Anfang des franzosischen Gespräches: 358,19.
25f. in 2 folgenden Briefen: 150 und 151.
29 363,13; 391,16.
30 Beruf am Herzen: Br. 147.
365,8 unser Riechen: Jes 11,3.
13 zu haßen: Lk 14,26.
17f. Wahrheiten zu kollern: 1 Mo 21,12.
18 wie Solon: bezieht sich auf die (in Plutarchs Solon-Biographie, 8,1f.) überlieferte Geschichte, daß Solon, um, gegen das öffentliche Verbot, zum Feldzug gegen Salamis auffordern zu können, sich wahnsinnig stellte und auf der Agora seine Elegie (<ga>iomen eiw salamina) rezitierte (sang?).
23ff. Cento aus 2 Ko 1,5 (des Leidens Christi viel); Jh 7,5 (Seine Brüder); Jh 1,11 (die Seinigen); 2 Ko 9,8 (reichlich getröstet).
28 Mlle Steink.[opf].
29 Bruder aus Curland: Gottlob Immanuel L., der also im Hause v. Witten sehr gut einschlägt; 363,13 und Nr. 156.
31 in ander Wort: möglicherweise die Verlesung von Cavalier und dazu der Kontext mit der Caligula-Anspielung, 269,1-6); auch 391,23.
35 Lies Witz in.
366,7 Ihre Rede: offenbar eine Schul-Rede, 363,16.
15f. Herr Berens: 362,14ff.
22f. gleich den Lampen: Mt 25,1ff.
24 H. nutzt die etymologische Analyse der philosophiegeschichtlichen Kennzeichnung des Diogenes von Sinope als Kyniker: Hundsphilosoph (Diog. Laert. 6, 40,55,60,77) zu einer ironischen Polemik ad personam, indem er (parallel zu den biblischen Splittern und Balken im Auge) die kleinen Hundszähne des gesitteten Freundes gegen die Hauer der Wildsau H. ausspielt.
26 den Du suchst: Anspielung auf Diogenes, der bei Tage mit der Lampe auf dem Markt einen Menschen sucht (Diog. Laert. 6, 41).
27 der Philosoph mit dem zerbrochenen Bein: Epiktet, die Folge einer brutalen Strafe während seines Sklavendaseins.
28 Vater-unser-Anspielung.
367,3 halbe Töne: gemeint ist die Chromatik in den italienischen Melodieen.
4f. lybische Wüste: das Gleichnis der Öde, das er später mit Mt 33,3 (die Stimme eines Predigers in der Wüste) positiv applizieren wird.
7 Gedichte: die Sammlung Schröders, 362,29.
10 Mlle Schwester: Katharina.
26 Ode: Dem Allgegenwärtigen; 395. Sie erschien zuerst, noch ohne Überschrift, im 44. Stück des I. Bandes des Nordischen Aufsehers vom 14. Sept. 1758.
28 sein deutsches Triumvirat: Klopstock in seinem Aufsatz Von der Sprache der Poesie, erschienen im I. Band des Nordischen Aufsehers, 26. Stück vom 18. Mai 1758.
34 eine so nichts bedeutende Interjektion als das Ach! ist: dessen Stellung im Vers hatte Klopstock im 26. Stück des Nordischen Aufsehers reflektiert, und Lessing zitiert diese Stelle in seiner lobenden Rezension der Beiträge Klopstocks zum 1. Band des Aufsehers, die er 1759 im 51. der Briefe die neueste Litteratur betreffend erscheinen ließ; auch 377,10.
37 Betrachtungen über das Publicum: Von dem Publico, zuerst im I. Band, 49. Stück des Nordischen Aufsehers vom 21. Okt. 1758 erschienen.
368,3 emblematisch: bedeutet hier sinnbildlich.
4 Protheus: in eigenwilliger Etymologie (Pro-Theos?) für Proteus; Zeile 5: angebetet <...> abergläubisch <...> betrogen.
6f. Ein blessirter Officier: das war der fingierte Leser der Briefe die neueste Literatur betreffend; aber die Herausgeber Nicolai, Lessing und Mendelssohn zielten auf einen realen Adressaten, den gemeinten Leser Ewald v. Kleist. Die Briefe erschienen seit Januar 1759, bogenweise alle Donnerstage, in Nicolais Berliner Verlag. Aus der Einleitung: Der Herr von N ** ein verdienter Officier, und zugleich ein Mann von Geschmack und Gelehrsamkeit, ward in der Schlacht von Zorndorf [Sieg der Armee Friedrichs II. über die Russen, 1758] verwundet. Er ward nach Fr ** gebracht, und seine Wundärzte empfohlen ihm nichts eifriger, als Ruhe und Geduld. Langeweile und ein gewisser militarischer Eckel vor politischen Neuigkeiten, trieben ihn, bey den ungern verlassenen Musen eine angenehmere Beschäftigung zu suchen. Er schrieb an einige von seinen Freunden in B ** und ersuchte sie, ihm die Lücke, welche der Krieg in seine Kenntniß der neuesten Litteratur gemacht, ausfüllen zu helfen. Da sie ihm unter keinem Vorwande diese Gefälligkeit abschlagen konnten, so trugen sie es dem Herrn Fll. auf, sich der Ausführung vornehmlich zu unterziehen. Wie mir, dem Herausgeber, die Briefe, welche daraus entstanden, in die Hände gerathen, kann dem Publico zu wissen oder nicht zu wissen, sehr gleichgültig seyn <...>.
9 Schärfe: so bei H. öfter (wie Grimm WB 14, 2213: Scherfe) für Schärpe.
12f. temporair Invalide: später wird H. die Schriftsteller (so auch sich selbst) als Invaliden des Apoll bezeichnen. Zum Schreiben für die lange Weile vgl. den Titel der Sokratischen Denkwürdigkeiten.
15 Kein Bergmann: Christian Gottlieb B. Seine Übersetzung von Bolingbrokes Briefe[n] über die Erlernung und den Gebrauch der Geschichte hatte Lessing im 3. und 4. der Briefe die neueste Litteratur betreffend unter seiner Sigle Fll als fehlerhaft kritisiert und im 30. Brief als Nachricht, die den 1. Theil der Briefe<...> abschloß, das Antwortschreiben Bergmanns kritisch zerpflückt.
16 Wieland: Lessings Kritik seiner frömmelnden Jugendwerken in den Briefen<...>, Nr. 7-14, 63/64.
19 wie Pythagoras: nämlich als unbeteiligter Zuschauer, Cic. Tusc. 5,3; (Diog. Laert. 8,6,8; 389,2.
22 Rachis im Kloster: von Christian Tobias Damm.
29ff. Cento aus Gal 1,8; 2 Ko 5,20; Co 1,20; 1 Pt 3,8; Jak 1,10; Phil 2,15; Jh 1,11; Mt 21,38; Mt 27,29; Rm 8,17.
369,2 wie Klopstock sagt: Von der Sprache der Poesie, <...> daß es Gedanken und Empfindungen, oft nur einen gewissen Grad, eine Wendung, eine Art Ausbildung derselben gibt, die allein in der Poesie, und andre, die nur in Prosa gebraucht werden müssen; eine poetologische Unterscheidung, die H. radikalisiert.
4 Anspielung auf 1 Ko 2,9.
6 Göttersprache: Aesthetica in nuce, N II,199.
8 Opferfeuer: 3 Mo 9,24 u. ö.
10ff. Allegorische Applikation von 1 Mo 28,10ff.
15ff. Exegese von 1 Ko 2,10ff.; Seelenschlaf: 457,36.
33 Lies gefährliche.
370,8 Wache auf: Eph 5,14.
12ff. ento aus 1 Mo 2,21; Hl 2,7; 3,5; 1 Mo 37,3ff.; Hi 8,21; Ps 126,1f.
18 nach einem lateinischen Sprüchwort: vielleicht amantes amentes
22 Ich der Herr: 2 Mo 15,26.
24 zählt Matthäus: Mt 4,24.
25 versprochen hat: Mt 28,20.
30f. unsers <...> Freundes: J. Chr. Berens.
371,6 Die Weisheit: Athene.
10 Lieblinge unter den Vögeln: Eulen.
14 seinen hiesigen Bruder: Adam Heinrich B.
24 wandele im finstern Thal: Ps 23,4.
31 Splitter <...> Sparrens: Mt 7,3ff.
33f. der Blinde: Jh 9,6.
372,3 auf krummen: Lk 3,5.
15 welcher: zu ergänzen ist wohl Kritiker; ihrer: Ihrer.
29 Lies will ich [mich] mit; dem Töpfer -sowohl des Horazzitats wie dem Töpfer aus Jer 18,1-6.
30 in Leim: mit Lehm.
32 Das verstand Lindner nicht, H. erläutert 396,10 ff.
36 368,4ff.
373,2 einsamer Vogel: Ps 102,8.
3 mit David: Ps 39,3f.
5 ihre Schemata: die Denkgewohnheiten (wie sie Berens zeigt); aber mitgemeint ist auch der Sinn von 1 Ko 7,31 und Phl 2,7 (figura und habitus); viel vergeblicher Unruhe wohl eine Anspielung auf die Martha von Lk 10,40ff.
6 in dem Wort Deiner Lippen: Ps 17,4.
7 auf dem Wege des Mörders: ein erstaunliches Bekenntnis H. s; Höre mein Gebet: Ps 39,13.